Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Wimperfledermaus (Myotis emarginatus)

Fliegenfänger in Kuhställen

Die Verbreitung der sehr seltenen Wimperfledermaus konzentriert sich in Deutschland auf die wärmebegünstigten Gebiete, vor allem auf das Rheintal und Südost-Oberbayern inkl. dem Rosenheimer Becken. Als Gebäude bewohnende Art bezieht die Wimperfledermaus im Sommer ihr Wochenstubenquartier auf großen Dachböden.
Eine besondere Strategie erhöht ihre Bindung an ländliche Gebiete: die Jagd nach Fliegen in Kuhställen. Außerdem werden Laubwälder sowie Hecken, Obstwiesen und Feldgehölze in Siedlungsnähe zur Jagd aufgesucht.
Die Beutetiere, vor allem Zweiflügler und Spinnen, werden von Blättern oder Stallwänden im Flug abgesammelt.
Ihren Namen verdankt die Wimperfledermaus einzelnen, gekrümmten Härchen („Wimpern“) an ihrer Schwanzflughaut.

Merkmale der Wimperfledermaus

Die Wimperfledermaus. Foto: Christian Dietz.
Die Wimperfledermaus

Die Wimperfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit langem, dreifarbigem Rückenfell (von grau an der Basis über strohgelb bis rostbraun/fuchsrot an den Spitzen). Die Art kann leicht unter anderem mit der Fransenfledermaus und mit Bartfledermäusen verwechselt werden.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Wimperfledermaus.

Lebensraum

Jagdgebiet der Wimperfledermaus. Foto: Christian Dietz.
Jagdgebiet der Wimperfledermaus

Die Wimperfledermaus kommt hauptsächlich in laubwaldreichen, wärmebegünstigten Gebieten vor. Zu den bevorzugten Lebensräumen gehören vor allem unterwuchsreiche Laubwälder. Ihre Wochenstubenquartiere bezieht die Wimperfledermaus meist in Dachstühlen von Gebäuden, im Süden des Verbreitungsgebietes, also außerhalb Deutschlands, auch in Höhlen (Dietz et al. 2007). Als Jagdgebiete werden Laubwälder, Auwälder, Obstwiesen, Hecken, Gehölzstreifen entlang von Gewässern, Parks und Gärten genutzt (Dietz et al. 2007, Zahn et al. 2010). Darüber hinaus werden regelmäßig Kuhställe zur Jagd nach Fliegen aufgesucht. Auf dem Weg in ihre Jagdgebiete fliegt die Wimperfledermaus entlang von Leitelementen wie Hecken, linearen Feldgehölzen, Baumreihen und Ufergehölzen (Zahn et al. 2010).

Literatur

Literatur