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Nordfledermaus (Eptesicus nilssonii)

Das Nordlicht unter den Fledermäusen

Die Nordfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart, die in Deutschland relativ selten nachgewiesen wird. Sie besiedelt hauptsächlich waldreiche Höhenlagen der Mittelgebirge und ist die einzige Fledermausart in Europa, deren Verbreitungsgrenze bis nördlich des Polarkreises reicht. In Schweden und Finnland ist die Nordfledermaus vor allem in Siedlungen die häufigste Fledermausart.
Die Wochenstubenquartiere befinden sich häufig in Spalten hinter Wandverkleidungen und Zwischendächern von Häusern. In der Umgebung der Wochenstubenquartiere dominieren zumeist gewässerreiche Wälder. Die Jagdgebiete liegen im Bereich von Bächen und Stillgewässern, aber auch entlang von Waldrändern, in Wäldern und Siedlungen.
Die Nordfledermaus ernährt sich ausschließlich von fliegenden Insekten, wobei Zuckmücken und andere größere Mücken, Schnaken und Fliegen den Hauptbestandteil der Nahrung ausmachen. Im Frühjahr und Herbst jagen die Tiere überwiegend Nachtschmetterlinge, gerne im Bereich von Straßenlaternen.

Merkmale der Nordfledermaus

Auf Augenhöhe mit der Nordfledermaus. Foto: Matthias Simon.
Nordfledermaus

Die Nordfledermaus ist eine mittelgroße Fledermausart mit dunkelbraunem Fell und goldglänzenden Haarspitzen sowie einer hell gelblichbraunen oder grauen Bauchseite. Sie kann mit der Breitflügel- und der Zweifarbfledermaus verwechselt werden.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Nordfledermaus.

Lebensraum

Lebensraum der Nordfledermaus. Foto: Simon & Widdig GbR.
Lebensraum der Nordfledermaus

Die bevorzugten Lebensräume der Nordfledermaus sind waldreiche, mit verschiedenen Freiflächen wie Lichtungen, Forstschneisen oder Gewässern durchsetzte Gebiete (Meschede & Heller 2000, Rydell 1990, Steinhauser 1999). Die Verbreitung der Nordfledermaus ist, aufgrund der Quartierwahl an Gebäuden, von der Bindung an Siedlungen geprägt. Während der Jungenaufzucht befinden sich die Jagdgebiete in der nahegelegenen Umgebung der Quartiere, für gewöhnlich in gewässerreichen Nadel- und Laubwäldern, teilweise auch in Kiefernmonokulturen (de Jong 1994, Steinhauser 1999). Dabei wird an Seen und Bächen, ebenso wie über Hochmoorflächen, Wiesen, entlang von Alleen, Waldrändern und in Siedlungen an Straßenlampen gejagt (de Jong 1994, Moeschler & Blant 1990, Rydell 1991). Erst im Spätsommer liegen die Jagdgebiete teilweise 15 km und mehr entfernt (Rydell 1989).

Literatur

Literatur