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Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)

Die Verhüllungsmeisterin

Mit einer Größe von einem Daumen und einem Gewicht von nur 5-9 g ist die Kleine Hufeisennase die kleinste der fünf europäischen Hufeisennasen und somit die kleinere der beiden in Deutschland vorkommenden Hufeisennasen.
In Deutschland ist sie seit dem Bestandseinbruch in den 1950er und 1960er-Jahren eine seltene Fledermausart. In Mitteleuropa bewohnt sie vorwiegend Dachböden, in Süd- und Osteuropa Höhlen (Karstgebiete). Sie bevorzugt warme, verwinkelte Quartiere und übertagt anders als die meisten europäischen Fledermausarten einzeln hängend und in ihre Flügel eingehüllt.
Auch während des Winterschlafes hüllt sie sich zum Schutz in ihre Flughäute.

Merkmale der Kleinen Hufeisennase

Die Kleine Hufeisennase. Foto: Marko König/ www.koenig-naturfotografie.com.
Die Kleine Hufeisennase

Die Kleine Hufeisennase ist durch ihre geringe Größe und ihren abgerundeten oberen Sattelfortsatz auf der Nase mit keiner anderen Art zu verwechseln. Der Sattel erhebt sich wie ein auf dem Rücken liegendes Beil über den Nasenlöchern und weist einen unteren und einen oberen Sattelfortsatz auf.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Kleinen Hufeisennase.

Lebensraum

Jagdgebiet der Kleinen Hufeisennase. Foto: Simon & Widdig GbR.
Jagdgebiet der Kleinen Hufeisennase

Die bevorzugten Lebensräume der Kleinen Hufeisennase bestehen aus waldreichen und naturnahen Regionen mit einem hohen Anteil an linearen Elementen (z.B. Hecken, Gehölzreihen und Streuobstwiesen), insbesondere in der unmittelbaren Quartierumgebung. Diese werden als Orientierungshilfe zu den Jagdgebieten genutzt (Schofield 1999, Zöphel & Wilhelm 1999). Die Kleine Hufeisennase jagt bevorzugt in Wäldern, wobei Laub- und Laubmischwaldbestände dominieren (Biedermann et al. 2001, Bontadina et al. 2002, Reiter 2004, Zahn et al. 2008, Zöphel & Frank 2009). Generell dienen wärmebegünstigte Lagen, wie tiefer gelegene Regionen und südexponierte Talhänge als Lebensräume. Die Keine Hufeisennase besiedelt, vermutlich durch die Verstärkung der landwirtschaftlichen Nutzung in den Niederungen, immer höher gelegene Regionen (Spitzenberger 1993). Wie die aktuelle Besiedelung des Alpenraumes zeigt, werden kühlere Lagen toleriert (Zahn & Weiner 2004).

Literatur

Literatur