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Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus)

Der heimliche Doppelgänger

Die Kleine Bartfledermaus zählt mit rund 4 cm Körperlänge zu den kleinsten Arten der Gattung Myotis in Mitteleuropa. Sie ist sehr anpassungsfähig und besiedelt vor allem kleinräumig gegliederte Kulturlandschaften, Wälder und Siedlungsbereiche. Als Jagdgebiete nutzt sie Wälder, Waldränder, Gewässerufer, Hecken und Gärten. Für ihre Wochenstuben nutzt sie als typische spaltenbewohnende Fledermaus vor allem Quartiere in Hohlräumen in und an Gebäuden hinter Fensterläden, Wandverkleidungen, in Fugen oder Rissen, weiterhin auch in Baumhöhlen oder hinter abstehender Borke. Die Winterquartiere liegen in unterirdischen Stollen, Kellern und aufgelassenen Bergwerken. Die Kleine Bartfledermaus ernährt sich hauptsächlich von fliegenden Insekten, kann aber auch Insekten und Spinnen von Pflanzen absammeln.
Aufgrund ihrer versteckten und heimlichen Lebensweise und der Schwierigkeit, dass sie akustisch nicht von der Großen Bartfledermaus (Myotis brandtii) zu unterscheiden ist, ist der Bestand der Kleinen Bartfledermaus im Allgemeinen nur schwer zu beurteilen.

Merkmale der Kleinen Bartfledermaus

Kleine Bartfledermaus im Winterquartier. Foto: Simon & Widdig GbR.
Kleine Bartfledermaus im Winterquartier

Die Kleine Bartfledermaus hat ein krauses, nuss- bis graubraunes Rückenfell und helles bis dunkelgraues Bauchfell. Die Schnauze, Ohren und Flughäute sind komplett schwarzbraun. Die Art ist leicht mit der Großen Bartfledermaus, der Zwerg- und der Nymphenfledermaus zu verwechseln.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Kleinen Bartfledermaus.

Lebensraum

Jagdgebiet der Kleinen Bartfledermaus an einem Zufluss der Donau. Foto: Simon & Widdig GbR.
Lebensraum

Die Kleine Bartfledermaus ist eine typische Siedlungsfledermaus. Es gibt allerdings regelmäßig Nachweise von Kolonien im Wald oder in Waldnähe außerhalb von Siedlungen, wenn ein entsprechendes Angebot an Baumhöhlen oder Borkenspalten vorhanden ist (Cordes 2004, Häussler 2003). Die Kleine Bartfledermaus erweist sich hinsichtlich ihrer Jagdlebensräume als sehr anpassungsfähige Art. Ihre Jagdgebiete finden sich sowohl im Wald, als auch in der halboffenen, kleinräumig gegliederten und gehölzreichen Kulturlandschaft. Eine weitere Vorliebe zeigt sie offenbar für Fließgewässer mit Uferrandbewuchs (Cordes 2004, Taake 1984, Taake 1992).

Literatur

Literatur