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Große Bartfledermaus (Myotis brandtii)

Fledermaus der feuchten Wälder

In Deutschland nutzt die Große Bartfledermaus gewässerreiche Mischwälder als Lebensraum, ihre Wochenstubenquartiere befinden sich jedoch in der Mehrzahl in und an Gebäuden.
Sie jagt in lichten Wäldern, knapp über Wasserflächen aber auch in 20 m Höhe im Bereich der Baumkronen. Typisch beim Jagdflug der Großen Bartfledermaus ist das Patrouillieren entlang einer Strecke z.B. an Gebäuden oder Baumreihen. Ihre Hauptnahrung besteht aus Schmetterlingen und Schnaken, aber auch aus nicht fliegenden Insekten wie Spinnen, Weberknechten und Ohrwürmern.
Die Große und die Kleine Bartfledermaus sind nur schwer z.B. anhand ihrer Zahnmerkmale voneinander zu unterscheiden und wurden bis 1970 als eine Art betrachtet.

Merkmale der Großen Bartfledermaus

Die Große Bartfledermaus im Winterquartier. Foto: Simon & Widdig GbR.
Die Große Bartfledermaus im Winterquartier

Die Große Bartfledermaus ist eine kleine Myotis-Art mit relativ langem Fell. Die Haarbasis ist dunkel graubraun. Die Oberseite hellbraun, meist mit Goldglanz und die Unterseite hellgrau, z.T. gelblich überhaucht. Die Art ist mit der Kleinen Bart-, Nymphen-, Wasser- und Wimperfledermaus verwechselbar.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Großen Bartfledermaus.

Lebensraum

Jagdgebiet der Großen Bartfledermaus angrenzend an ein Gebäudequartier. Foto: Simon & Widdig GbR.
Lebensraum

Die Große Bartfledermaus bevorzugt Waldlebensräume, die in enger räumlicher Nähe zu Gewässern stehen. So sucht sie ihre Jagdgebiete vor allem in lichten Wäldern, besonders in Laubwäldern, die feucht oder staunass sind (z.B. Au- und Bruchwälder), und an Gewässern, in Feuchtgebieten und Mooren (Dense & Rahmel 2002, Schober & Grimmberger 1998, Taake 1992). Ebenso jagt die Große Bartfledermaus entlang von Waldrändern, Hecken, Baumreihen, Feldgehölzen, Gräben und Bächen sowie in Gärten (Boye et al. 2004, Dense & Rahmel 2002, Dietz et al. 2007, Häussler 2003, Meschede & Heller 2000). Auf dem Weg in ihre Jagdgebiete orientiert sie sich eng an Leitelementen wie Hecken und Baumreihen (Dense & Rahmel 2002). Die Quartiere der Großen Bartfledermaus befinden sich sowohl in Siedlungen als auch im Wald. So nutzt sie Dachböden und Spaltenquartiere an Gebäuden oder Baumhöhlen und Spaltenquartiere an Bäumen.

Literatur

Literatur