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Zierliche Moosjungfer (Leucorrhinia caudalis)

Überleben unter Räubern

Für viele Libellenarten sind Fische die Hauptfraßfeinde der Larven. Die Larven der Zierlichen Moosjungfer haben dabei besondere Strategien entwickelt, ihren Feinden aus dem Wege zu gehen. Eine davon besteht darin, dass sie durch eine geringere Aktivität weniger auffallen und so von den Fischen nicht so schnell entdeckt werden. Weil sie deshalb weniger Beute machen können und langsamer wachsen, versuchen sie dies durch den Aufenthalt in den oberflächennahen, wärmebegünstigten Schichten ihrer Fortpflanzungsgewässer auszugleichen. Denn hier sind die Entwicklungsbedingungen in dichten Pflanzenbeständen besonders günstig.Eine weitere Anpassung an ein Zusammenleben mit Fischen zeigt die Zierliche Moosjungfer durch die Ausbildung von Seiten- und Rückendornen am Hinterleib. Flussbarsche, mit denen die Art zusammen vorkommt, „spucken“ die stark bedornten Larven viel häufiger nach dem Fang wieder aus als unbedornte Artgenossen. Schutz vor Fischen als Fraßfeinden bieten außerdem die dichten Pflanzenbestände ihrer Fortpflanzungsgewässer, da die Larven hier gute Versteckmöglichkeiten finden.

Merkmale der Zierlichen Moosjungfer

Männchen der Zierlichen Moosjungfer (Foto: Sebastian Sczepanski)
Männchen der Zierlichen Moosjungfer

Charakteristische Merkmale sind die weißen Hinterleibsanhänge, der im vorderen Teil blau bereifte und im hinteren Teil keulig verdickte Hinterleib sowie die oberseits weißen Flügelmale. Die helle Stirn ist Kennzeichen aller Arten der Gattung der Moosjungfern.

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Lebensraum

Lebensraum der Zierlichen Moosjungfer in Brandenburg (Foto: Mathias Lohr)
Lebensraum der Zierlichen Moosjungfer in Brandenburg

Die Zierliche Moosjungfer findet sich in flachen Gewässern mit dichten, untergetauchten Pflanzenbeständen in oft wärmebegünstigten Lagen. Bei einem mäßigen Nährstoffgehalt besitzen diese relativ klares Wasser und sind meist von Wald umgeben. Sie weisen i.d.R. eine typische Abfolge von Pflanzengemeinschaften aus Röhrichten, Schwingriedern, Schwimmblattrasen und Unterwasserpflanzen auf. Neben Kleinseen, Seebuchten, Torfstichen und Altarmen besiedelt die Art auch künstliche Gewässer in Kies- und Tongruben sowie Braunkohlentagebauen.

Einen mitteleuropäischen Verbreitungsschwerpunkt der Zierlichen Moosjungfer bilden die Seenplatten Südmecklenburgs und Nordostbrandenburgs. Kleinseen und flache Seebuchten mit einem dichten Unterwasserpflanzenbewuchs sind Lebensraum der Larven, wie hier in Brandenburg (Foto). Die Männchen besetzen Sitzwarten meist auf Schwimmblättern, die weit vom Ufer entfernt sein können. Oftmals lässt sich die Art daher nur durch gezieltes Absuchen der Schwimmblattbestände mithilfe eines Fernglases oder Spektivs nachweisen.

 

Literatur

Literatur

Letzte Änderung: 01.12.2011

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