Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Sibirische Winterlibelle (Sympecma paedisca)

Überlebenskünstler im Winter

In weiten Teilen Mitteleuropas ist der Winter die Jahreszeit mit den für Libellen ungünstigsten Bedingungen. Um niedrige Umgebungstemperaturen und eine geringe Nahrungsverfügbarkeit in dieser Zeit zu überstehen, gibt es viele Strategien. So verbringen fast alle in Mitteleuropa beheimateten Libellenarten den unwirtlichen Winter als Ei oder als Larve. Dabei überdauern sie in dem gegen Kälte und Trockenheit widerstandsfähigen Eistadium oder durchlaufen als Larven ein Ruhestadium. Eine Ausnahme bilden jedoch zwei Arten: die Gemeine und die Sibirische Winterlibelle der Gattung Sympecma. Dabei weist der deutsche Name bereits auf die für Libellen ungewöhnliche Lebensweise hin – sie verbringen als einzige Arten in Mitteleuropa regelmäßig den Winter als Imago – dem Geschlechtsstadium der Libellen. Nach dem Schlupf im Hochsommer verbringen die Tiere zunächst einige Zeit damit, in der Umgebung ihrer Fortpflanzungsgewässer Nahrung und damit Energie aufzunehmen. Bei sinkenden Temperaturen im Herbst verkriechen sie sich dann an Stellen, die vor Frost und Kälte geschützt sind – z.B. in Baumhöhlen und Felsspalten. Mitunter finden sie sich auch offen im Uferbewuchs ihrer Fortpflanzungsgewässer. Dort überdauern sie die kalte Jahreszeit. Untersuchungen belegen, dass sie dabei durchaus auch Schnee und Frost ohne Schaden überstehen können.

Merkmale der Sibirischen Winterlibelle

Weibchen der Sibirischen Winterlibelle (Foto: Sebastian Sczepanski)
Weibchen der Sibirischen Winterlibelle

Typisch ist die hellbraune Grundfärbung mit dunkelbraunen, oft kupfern glänzenden Zeichnungselementen.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Sibirischen Winterlibelle.

Lebensraum

Feldsoll in Nordostbrandenburg als Lebensraum der Sibirischen Winterlibelle (Foto: Mathias Lohr)
Feldsoll in Nordostbrandenburg als Lebensraum der Sibirischen Winterlibelle

Die Sibirische Winterlibelle findet sich in flachen, besonnten Gewässern mit Röhricht- oder Ried-Pflanzenbeständen aus z.B. Seggenarten oder Rohrglanzgras. Neben Weihern, Seen und Teichen werden auch Moorgewässer besiedelt. Im Alpenvorland werden auch Wasser führende Senken in Streuwiesen – lediglich einmal im Jahr gemähte Wiesen zur Gewinnung von Einstreu für den Winter – als Fortpflanzungsgewässer genutzt.

Flache, meist voll besonnte Gewässer mit einem Mosaik aus Ried- und Röhricht-Pflanzenbeständen und offenen Wasserflächen sind bevorzugter Lebensraum der Sibirischen Winterlibelle – wie dieses Feldsoll in Nordostbrandenburg (Foto).

 

Literatur

Literatur

Letzte Änderung: 01.12.2011

 Artikel drucken