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Grüne Flussjungfer (Ophiogomphus cecilia)

Auf Beutezug im Flussgrund

Sind die geflügelten Libellen auffällig und prächtig gefärbt, so führen die Larven der Grünen Flussjungfer ein unauffälliges, verborgenes Leben. Denn bevor sie sich in die Lüfte erheben, verbringen sie zwischen zwei und vier Jahren im Wasser. Wie ihre Verwandten aus der Familie der Flussjungfern (Gomphidae) graben sie sich in das Substrat der Flusssohle ein. Nur die Fühler, die Augen und das Hinterleibsende ragen vorsichtig aus dem Gewässergrund. Während die Libellenlarven mit den Augen und Fühlern ihre Beute erspähen und ertasten, atmen sie durch das Hinterleibsende. Denn dem Wasser, das sich die Tiere in den Enddarm pumpen, wird durch winzige Kiemen Sauerstoff entzogen.Gerade in Gewässern mit stärkerer Strömung bietet die eingegrabene Lebensweise einen wirksamen Schutz vor Verdriftung. Auch geht die Grüne Flussjungfer dadurch ihren Fraßfeinden – vor allem Fischen – aus dem Weg. Fachleute vermuten, dass die großen, robusten Rückendornen ihrer Larven die Grüne Flussjungfer gegen „Steinschlag“ schützen, der bei starker Strömung durch das Verdriften von Sandkörnern und Kies entsteht.

Merkmale der Grünen Flussjungfer

Männchen der Grünen Flussjungfer (Foto: Mathias Lohr)
Männchen der Grünen Flussjungfer

Die Art gehört zur Familie der Flussjungfern. Ausgefärbte Tiere sind vor allem an der grünen Färbung der Brust zu erkennen.

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Grünen Flussjungfer.

Lebensraum

Lebensräume der Grünen Flussjungfer an der Kleinen Spree und an der Diemel (Fotos: Mathias Lohr)
Lebensräume der Grünen Flussjungfer an der Kleinen Spree und an der Diemel

Lebensraum der Grünen Flussjungfer sind Flüsse, die zumindest in Teilbereichen eine sandig-kiesige Sohle aufweisen. Hier graben sich die Larven im Gewässergrund ein, lauern dort auf Beute, vermeiden ein Verdriften und gehen Fraßfeinden aus dem Weg. Nach dem Schlupf verlassen die Libellen das Gewässer, um in der Umgebung Insekten zu fangen. Während die Männchen nach einigen Wochen zum Gewässer zurückkehren, um dort Sitzwarten z.B. auf den überhängenden Zweigen der Uferbäume einzunehmen, kommen die Weibchen nur zur Eiablage ans Gewässer.

Neben kleineren Flüssen wie z.B. der Kleinen Spree in Südostbrandenburg (Foto links) werden auch größere Flüsse wie die Diemel in Nordhessen (Foto rechts) und Ströme wie Rhein und Elbe besiedelt.

Literatur

Literatur

Letzte Änderung: 01.12.2011

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