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Scharlachkäfer (Cucujus cinnaberinus)

Versteckt unter Rinde

Der Scharlachkäfer ist durch seine intensiv rot gefärbte Oberseite ein besonders attraktiver Vertreter unter den holzbesiedelnden Käferarten. Allerdings besitzen die Käfer spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum. Die einzigen deutschen Vorkommen befanden sich bisher ausschließlich in Bayern. Neuerdings wurden in der Rastatter Aue am Oberrhein in Baden-Württemberg erstmals außerhalb Bayerns Exemplare der Art nachgewiesen. Die Larve des Scharlachkäfers lebt unter der Rinde von stärkerem Totholz von Laub-, seltener Nadelhölzern und benötigt dabei eine ausreichende Durchfeuchtung des Holzes. Während die Larven ganzjährig unter der Rinde nachgewiesen werden können, findet man die ausgewachsenen Käfer aufgrund ihrer versteckten Lebensweise nur selten. Der Scharlachkäfer ist in Deutschland, wie auch in ganz Europa, nur lokal verbreitet und selten.

Merkmale des Scharlachkäfers

Der Scharlachkäfer entwickelt sich unter der Rinde von dicken abgestorbenen Baumstämmen (Foto: Ulrich Bense)
Scharlachkäfer auf Baumrinde

Der Scharlachkäfer ist aufgrund seiner intensiv rot gefärbten Oberseite ein sehr auffälliger Totholzkäfer. Lesen Sie mehr über die Merkmale des Scharlachkäfers.

Lebensraum

Lebensraum des Scharlachkäfers in einem Auenwald (Foto: Heinz Bussler)
Lebensraum des Scharlachkäfers in einem Auenwald

Der Scharlachkäfer besiedelt die Tal- und Hanglagen von Fluss- und Bachläufen. Insbesondere in Weichholzauen, in der Hartholzaue und in Bergmischwaldgesellschaften findet sich die Art. Der Schlussgrad der Waldbestände in seinem Lebensraum reicht von licht bis geschlossen. Der Scharlachkäfer ist nicht ausschließlich auf hochwertige Lebensräume mit einem überdurchschnittlich hohen Totholzangebot beschränkt. Die Art findet sich inzwischen auch in kleinen naturfernen Auwaldresten mit Hybridpappelkulturen und in Beständen mit einem sehr geringen Totholzangebot (Horak et al. 2010). Besiedelt werden auch regelmäßig überschwemmte Bereiche. Hier werden die unteren Stammbereiche von den Larven gemieden und nur mittlere und höhere Stammabschnitte aufgesucht (Bussler 2002).

Literatur

Literatur

Letzte Änderung: 01.01.2012

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