Bundesamt für Naturschutz

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Ökologie & Lebenszyklus

Ökologie der Art

Der Schnäpel lebt in den Küstengewässern der Nordsee und steigt zum Laichen in die Unterläufe größere naturnaher Flüsse auf, die sowohl Kies- und Sandbänke als auch angebundene Nebengewässer (Altarme) aufweisen (Hansen 2006). Er kommt auch in tiefen, nährstoffarmen Seen (oligo- bis mesotroph) vor (Kottelat & Freyhof 2007).

Die Nahrung der Larven und Jungfische besteht zunächst aus tierischem Plankton. Die ausgewachsenen Schnäpel ernähren sich von Kleinlebewesen wie Flohkrebsen und Jungfischen (Thienemann 1922, Redeke 1934, Jäger 1999).

Beschreibung des Lebenszyklus im Zusammenhang mit Landnutzungsaktivitäten

Der Schnäpel steigt vor allem im Herbst und Winter zum Laichen in die Flüsse auf (Berg et al. 1994, Scheffel 1999). Die Eiablage erfolgt in einem Zeitraum von 2-3 Wochen vorwiegend im November und Dezember in Bereichen mit starker Strömung, wobei die klebrigen Eier sich an Kies, Steinen oder Wasserpflanzen anheften. Die Jungfische, die von Februar bis März schlüpfen, halten sich in Stillgewässerbereichen (z.B. angebundene Nebengewässer, Flutmulden) auf, um dann von April bis Mai ins Wattenmeer abzuwandern (Hansen 2006).

Der Rückgang des Schnäpels in der Nordsee und in Deutschland ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen: Während des Aufenthalts im Meer gelangt er in die Netze der Berufsfischerei, der Aufstieg zu den Laichplätzen wird durch Wehre und Dämme verhindert, durch Feinsedimenteintrag werden die Laichplätze und Brutstätten vernichtet, zudem stellte die Gewässerverschmutzung, mit den einhergehenden Sauerstoffdefiziten und Schadstoffbelastungen für die Art ein Problem dar, da dadurch die Eientwicklung beeinträchtigt wurde. Die Verbesserung der Wasserqualität in den letzten Jahren ermöglicht dem Schnäpel wieder eine erfolgreiche Reproduktion, wie Belege aus Nordrhein-Westfalen zeigen (MUNLV 2006)

Verbreitung

Literatur

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