Bundesamt für Naturschutz

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Scheidenblütgras (Coleanthus subtilis)

Das Phantom am Uferrand

Das Scheidenblütgras gehört zu den kleinsten heimischen Gräsern und ist in ganz Eurasien vereinzelt zu finden. Deutsche Vorkommen sind aktuell nur aus dem Elbtal und dem Erzgebirge bekannt. Hier ist das Scheidenblütgras in Überschwemmungsbereichen von Flusstälern und periodisch trockenfallenden Teichen zu finden. Das regelmäßige Trockenfallen der Standorte ist essentiell für die Entwicklung des Süßgrases. Sind die Wuchsbedingungen nicht ideal, so tritt das Scheidenblütgras oberirdisch nicht in Erscheinung, sondern überdauert längere Zeit als Same im Boden. Eine Veränderung des Wasserregimes der Flüsse und eine veränderte Bewirtschaftung der Teiche wirken sich sehr negativ auf die Art aus.

Merkmale des Scheidenblütgrases

Der Artname vom Scheidenblütgras verweist auf die vergrößerten Blattscheiden. Foto: Andrè Günther.
Scheidenblütgras

Lesen Sie mehr über die Merkmale des Scheidenblütgrases.

Lebensraum

Das Scheidenblütgras ist auf offenen Schlammböden von Flusstälern und in regelmäßig trockenfallenden Teichen zu finden. Foto: Andrè Günther.
Lebensraum

Typische Standorte des Scheidenblütgrases sind kalkarme, mäßig saure, gut durchnässte Schlammböden im Überschwemmungsbereich von Flusstälern. Auch in periodisch trockenfallenden Teichen oder an Schlammufern abgelassener Stauseen kann man das einjährige Süßgras zusammen mit weiteren kurzlebigen Arten wie Schlammling (Limosella aquatica), Ei-Sumpfbinse (Eleocharis ovata), Sumpf-Ruhrkraut (Gnaphalium uliginosum) oder Strandling (Littorella uniflora) finden. Man bezeichnet diese Pflanzengemeinschaft auch als Zwergbinsen- und Strandlings-Gesellschaft. Die oberen Bodenschichten der Wuchsorte zeichnen sich durch eine hohe Feuchtigkeit aus, wobei allerdings eine Überflutung gerade von Jungpflanzen nicht ertragen werden kann (Hauke 2003).

 

 

Literatur

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