Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Der Kriechende Sellerie tritt in der Regel in lockeren Einzelbeständen oder als Einzelpflanze auf, kann aber auch dichte, rasenartige Bestände ausbilden. In Ostdeutschland sind lokale Populationen aufgrund ihrer flächendeckenden Vorkommen relativ großflächig abzugrenzen. Geeignete Kriterien zur Abgrenzung der lokalen Populationen sind Grünlandkomplexe und Grabensysteme. Im westlichen Deutschland dagegen treten die Populationen kleinflächig auf und sind deshalb kleinräumiger abzugrenzen. Generell können Äcker, Wälder oder Grünlandbestände mit dichtem, für den Kriechenden Sellerie ungeeignetem Pflanzenbewuchs als trennende Landschaftselemente angesehen werden.

Gefährdungsursachen

Die Art ist durch Nutzungsaufgabe oder starke Intensivierung der Nutzung (z.B. übermäßige Beweidung) gefährdet. Allerdings kann häufige Mahd ihre Ausbreitung in Scherrasen fördern.

Land- und Forstwirtschaft

  • Einstellung oder Veränderung der Nutzung (z.B. extensive Mahd statt Beweidung)
  • Aussparen der Gewässerränder von der Beweidung
  • Nutzungsintensivierung (z.B. Düngung oder Neueinsaat; intensive Mahd wie in Scherrasen ist aber möglich)
  • Beschattung, Streuanreicherung, fehlende Mähgutbeseitigung

Sonstige

  • Veränderungen der Feuchtigkeitsverhältnisse (z.B. durch Eindeichung und Veränderung des Grundwasserspiegels)
  • Flächenverlust
  • Fehlen von Störstellen im Pflanzenbewuchs (wichtig für Keimlingsetablierung)
  • Beseitigung des Mikroreliefs (z.B. Auffüllen von Senken)
  • Großflächige Grabenräumung
  • Verhinderung der natürlichen Dynamik an Flüssen und Veränderung des Grundwasserspiegels
  • Anschütten von Sandstränden an Badestellen (v.a. in Ostdeutschland zutreffend)

Überblick zum Status der Art

SynonymeSium repens, Helosciadium repens, Apium nodiflorum spp. repens
FFH-RichtlinieII, IV
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996)1 (Vom Aussterben bedroht)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011)NT (Vorwarnliste)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007)Besonders hohe Verantwortlichkeit
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß Nationaler Bericht 2013Atlantische Region: ungünstig – schlecht, kontinentale Region: ungünstig – unzureichend, alpine Region: ungünstig – unzureichend