Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Große Kuhschelle (Pulsatilla grandis)

Robuste Schönheit

Feuer, Mahd, Beweidung – kaum etwas kann diesem schönen Hahnenfußgewächs mit seinen hellvioletten Blüten etwas anhaben. Über Jahrhunderte haben sich die Pflanzen, die in den von Menschen traditionell genutzten Graslandschaften Mittel- und Südosteuropas heimisch sind, an die Einwirkungen des Menschen angepasst. Gerade der kräftige unterirdische Spross macht die Große Kuhschelle unempfindlich gegen Störungen von außen. Ihre empfindlichen Blütenknospen werden von einem dichten Pelz aus feinen Härchen und einem Blattquirl gegen die rauen Bedingungen im zeitigen Frühjahr geschützt. In Deutschland liegt das einzige Vorkommen der Großen Kuhschelle in einem Naturschutzgebiet in Bayern und kommt dort zusammen mit der nah verwandten Gewöhnlichen Kuhschelle und der Finger-Küchenschelle vor. Sie gilt als stark gefährdet.

Merkmale der Großen Kuhschelle

Die Blätter und die Außenseiten der Blüten sind stark behaart. Foto: K.-G. Bernhardt.
Große Kuhschelle

Lesen Sie mehr über die Merkmale der Großen Kuhschelle.

Lebensraum

Lebensraum der Großen Kuhschelle. Foto: K.-G. Bernhardt.
Lebensraum

Der Lebensraum der Großen Kuhschelle in Mittel- und Südosteuropa ist gekennzeichnet durch trockene, meist flachgründige und nährstoffarme Böden (Hegi 1981). Durch das Einwirken des Menschen in Form von Beweidung (v.a. mit Schafen) oder Mahd entwickelten sich die typischen Halbtrocken- und Steppenrasen auf Kalk, in denen die Große Kuhschelle zu finden ist. Wie auch andere Arten der Halbtrockenrasen bevorzugt sie lichte Stellen im Pflanzenbewuchs und reagiert empfindlich auf höherwüchsige, beschattende Pflanzen, vor allem Gräser, einwandernde Sträucher und Gehölze. In der offenen Landschaft der Garchinger Heide, dem letzten Vorkommen der Großen Kuhschelle in Deutschland, versucht man diese Konkurrenzpflanzen durch Schafbeweidung bzw. einmal jährlich stattfindende Mahd möglichst klein zu halten. Diese eigens auf diesen Lebensraum abgestimmten Pflegemaßnahmen fördern durch die Schaffung offener Bodenstellen und die Entfernung einer zu dichten Streuauflage die Keimung von Samen und führen zur Verjüngung des Bestandes.

Verbreitung

Literatur

Literatur