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Frauenschuh (Cypripedium calceolus)

Königin der europäischen Orchideen

Der Frauenschuh gehört zu den imposantesten Orchideen-Arten der europäischen Flora. Er wächst bevorzugt an warmen, lichten Stellen in Wäldern, Waldrändern, Waldlichtungen und Säumen. Wegen seiner attraktiven Blüten wird er häufig Opfer vermeintlicher Pflanzenliebhaber, die ihn pflücken oder sogar ausgraben. Die Aufgabe ursprünglicher Waldnutzungsformen und die Intensivierung der Forst- und Landwirtschaft führten zudem in den letzten Jahrzehnten zum Verlust geeigneter Lebensräume für den Frauenschuh. Mittlerweile gilt er europaweit als gefährdet.

Merkmale des Frauenschuhs

Die Blüten des Frauenschuhs zählen zu den größten der heimischen Pflanzenwelt. Foto: Eckhard Garve.
Frauenschuh

Der Frauenschuh ist eine recht auffällige Pflanze und besitzt die größten Blüten unserer heimischen Orchideen. Im nicht blühenden Zustand kann man den Frauenschuh mit etwas geübtem Blick an den stark geaderten, elliptisch-eiförmigen Blättern erkennen.

Lesen Sie mehr über die Merkmale des Frauenschuhs.

Lebensraum

Im Halbschatten lichter Wälder und Säume bildet der Frauenschuh zum Teil stattliche Bestände aus. Foto: Eckhard Garve.
Lebensraum Frauenschuh

Der Frauenschuh ist eine typische Art lichter Wälder, wärmebegünstigter Waldrandbereiche, Säume sowie besonnter Waldlichtungen (auch Innenwaldsäume). Er besiedelt neben natürlichen Laub- und Nadelwäldern (v.a. Orchideen-Buchenwälder, lichte Kiefernbestände und Eichenwälder) auch lichte Aufforstungen mit Kiefern und Fichten. In selteneren Fällen ist er auf Halbtrockenrasen, v.a. in den Übergangsbereichen zu Gebüschen oder Wäldern, zu finden. Der Frauenschuh gilt als sogenannte Halblicht-Halbschatten-Pflanze, die voll besonnte Offenlandstandorte eher meidet. Er bevorzugt windstille Standorte in Südwest-, Süd- oder Südost-Exposition sowie Stellen mit guter Wasserversorgung. Häufig findet man ihn auf frischen bis mäßig trockenen Kalk- und basenreichen Lehmböden (in Nordostdeutschland auf Geschiebemergel und Kreide). Trockene oder stark austrocknende Standorte werden weitgehend gemieden.

In Brandenburg findet man den Frauenschuh in alten Buchenwäldern. In Mecklenburg-Vorpommern taucht er zusätzlich auch in Verbuschungsstadien von Kreidebrüchen auf. In Thüringen besiedelt der Frauenschuh vor allem lichte Kiefernwälder und Fichtenforste. In Nordrhein-Westfalen treten große Frauenschuh-Vorkommen in Fichtenbeständen auf ehemaligen Kalktriften auf.

Literatur

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