Bundesamt für Naturschutz

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Lokale Population & Gefährdung

Abgrenzung der lokalen Population

Das weltweit einzige Vorkommen des Bayerischen Federgrases in Deutschland ist beschränkt auf einen Felskopf und seine steil abfallenden Flanken im Donautal bei Neuburg an der Donau. Auf ca. 30 m² findet man noch ca. 100 Horste. Manche Partien des Jurakalkfelsen sind nur schwer zugänglich, was die Erfassung der genauen Populationsgröße schwierig macht. Grundsätzlich können drei Felspartien mit Federgras-Vorkommen unterschieden werden (Quinger 2008). Die Individuen dieser drei Bereiche stehen im genetischen Austausch. Die Ausbreitung des Bayerischen Federgrases in angrenzende Bereiche mit geeigneten Bedingungen konnte bislang nicht beobachtet werden und wird durch den umgebenden Waldgürtel rings um den Fundort erschwert, wenn nicht sogar komplett verhindert. Daher werden die Vorkommen des Bayerischen Federgrases am Finkenstein als eine einzige, lokale Population betrachtet.

Gefährdungsursachen

Das Bayerische Federgras ist vor allem durch Nährstoffeintrag und Verbrachung des Wuchsortes gefährdet.

Land- und Forstwirtschaft

Das einzige Vorkommen des Bayerischen Federgrases befindet sich in einem Naturschutzgebiet und ist daher weitestgehend gegen direkte Einflüsse aus Land- und Forstwirtschaft geschützt. Allerdings fördert Stickstoffeintrag, z.B. durch das Einschwemmen von Oberboden aus den angrenzenden bewirtschafteten Flächen, die Einwanderung hochwüchsiger, konkurrierender Pflanzen, die das Bayerische Federgras auf Dauer verdrängen können.

Sonstige

Das Vorkommen des Bayerischen Federgrases ist derzeit mit einem relativ hohen Holzzaun vor zu starkem Besucherdruck geschützt. Trotzdem wird der Zaun immer wieder überstiegen und die sensiblen Stellen des Finkensteins betreten.

Die Wuchsorte des Federgrases waren einem hohen Besucherdruck ausgesetzt, der folgende Gefährdungsursachen mit sich brachte:


  • Direkte Störung der Pflanzen durch Pflücken und Ausgraben ganzer Individuen durch den Menschen, gerade zur Blütezeit des Grases
  • Starke Trittbelastung durch Wanderer, die den Felskopf als Aussichtspunkt nutzten
  • Nährstoffeintrag durch das Einschwemmen von Feinerde infolge der hohen Trittbelastung und Ablagerung in den Felsspalten

Gefährdungsursachen, die weiterhin einwirken:

  • Verbuschung der Felsen durch das Einwandern höherwüchsiger Sträucher und Bäume in Bereichen, die nur sehr schwer zugänglich sind

Überblick zum Status der Art

SynonymeStipa bavarica
FFH-RichtlinieII, IV, *prioritäre Art
Rote Liste Deutschland (Ludwig & Schnittler 1996)1 (Vom Aussterben bedroht)
Rote Liste Europa (Bilz et al. 2011)VU (Gefährdet)
Verantwortlichkeit (Ludwig et al. 2007)Besonders hohe Verantwortlichkeit
Erhaltungszustand in den biogeografischen Regionen gemäß Nationaler Bericht 2013Kontinentale Region: günstig